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Hochkarätige Ausbildung trotz schlechter Noten
Dienstag, 02.11.2010
Sonderprogramme und Förderprogramme gibt es viele. Mit diesen dreien bekommst Du vielleicht einen guten Ausbildungplatz in internationalen Unternehmen.
Schule ist einfach nicht Dein Ding. Auch wenn Du Dir noch so viel Mühe gibst, werden Deine Noten nicht wirklich besser. Oder: Du hast Deinen Abschluss bereits in der Tasche aber so prickelnd war er leider nicht. Und bisher hast Du auf Deine Bewerbungen auf Ausbildungsplätze auch nur Absagen bekommen. Trotzdem willst Du bei einem guten, großen Unternehmen Deine Ausbildung machen. Schließlich willst Du Dir eine gute Zukunft sichern. Dann gibt nicht auf sondern informiere Dich beim Arbeitsamt und den Unternehmen, die Dich interessieren. Wenn Du Glück hast, dann bieten sie nämlich Programm für Jugendliche an, die noch keinen Ausbildungsplatz bekommen haben (und ihn regulär bei den Unternehmen selbst auch nicht bekommen würden).
Drei dieser Programme – von RWE, Siemens und der Telekom – stellen wir Dir heute vor.
RWE
Das erste heißt „Ich pack das“ und wird von RWE angeboten. An 12 verschiedenen Standorten (darunter Lingen, Essen, Trier, Halle/Saale oder Chemnitz) bereitet Dich das Unternehmen auf eine Berufsausbildung vor. Mehr als 100 Schulabgänger mit Hauptschulabschluss bekommen jedes Jahr die Chance, nicht nur nach ihrem Notendurchschnitt bewertet zu werden.
Wenn Du Teil von „Ich pack‘ das“ bist, hast Du die Chance im KfZ-, Metall- oder Elektrobereich aktiv zu werden. Die Arbeitsprojekte fördern Dein technisches Verständnis und Deine handwerklichen Fähigkeiten. Und sollen vor allem auch Deine Persönlichkeit stärken. Dazu gehst Du meist auf die Berufsschule und lernst, was von Azubis erwartet wird: Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Einsatzbereitschaft, Teamgeist, Lern- und Leistungswillen. Das alles wird nicht leicht für Dich sein, aber die Erfolgserlebnisse zeigen Dir, dass Du es schaffen kannst und stärken Dein Selbstbewusstsein. Und: Im Durchschnitt bekommen 75% der „Ich pack‘ das“ Teilnehmen im Anschluss an ihre Teilnahme an dem Programm einen Ausbildungsplatz.
Wann könnte „ich pack‘ das“ etwas für Dich sein?
- Wenn Du einen Hauptschulabschluss hast,
- bislang keine Ausbildungsplatz gefunden hast,
- mit Einstellungstests Schwierigkeiten hast und
- gerne technisch arbeiten willst.
Das Programm in einem der RWE-Ausbildungsbetriebe dauert bis zu einem Jahr. Du kannst während der Zeit ggf. auch bei einem anderen Unternehmen ein Praktikum machen. Die Gruppen sind mit je einem Ausbilder für 6 Leute schön klein, so dass jeder einzelne gut betreut werden kann. Auf der RWE-Homepage gibt’s weitere Infos zu „Ich pack das“).
Siemens
Bei Siemens sind es jedes Jahr 250 so genannte „benachteiligte“ Jugendliche, die eine Chance und einen Ausbildungsplatz bekommen. Und dafür nimmt das Unternehmen richtig Geld in die Hand: 30 Millionen Euro! In 9 verschiedenen Berufen, vom Elektroniker für Automatisierungstechnik bis zum Kaufmann für Bürokommunikation kannst Du Dich bei dem Elektro-Konzern ausbilden lassen.
Was musst Du dafür tun? Zu allererst zur Arbeitsagentur gehen, mit der Siemens eng zusammen arbeitet. Die Berufsberater leiten Deine Bewerbungen dann an Siemens weiter. Das Programm anzusprechen schadet aber mit Sicherheit nicht. So zeigst Du, dass Du Dich gut informiert hast, was für Möglichkeiten Du trotz vielleicht schlechter Noten im Zeugnis oder anderer Probleme hast, aufgrund derer Du bisher keine Lehrstelle bekommen hast. Zwar musst Du das ganz normale Bewerbungsverfahren des Unternehmens durchlaufen (inkl. schriftlichem Einstellungstest und mündlichem Auswahlverfahren) – die Latte liegt aber niedriger. Siemens-Ausbildungs-Chef Günther Hohlweg sagt, dass die Erfahrungen durchweg positiv und die Tests in fast allen Fällen unproblematisch, teilweise sogar unerwartet gut ausgefallen seien. Und: 95% der Azubis bleiben auch dabei. Zusätzlich zu Deinem Ausbildungsplatz bekommst Du bei Siemens noch eine ganze Menge mehr: Nachhilfe im schulischen Bereich, damit Du auch Deine theoretischen Prüfungen packst, spezielle praktische Förderungen, falls Du in der Praxis darin etwas mehr Unterstützung brauchst, ein Sportprogramm, durch das z.B. Deinen Teamfähigkeit gefördert wird, oder das Motio-Programm, dass z.B. bei der Prüfungsvorbereitung zum Zuge kommt.
Auch wenn Du über dieses Sonderprogramm an Deine Ausbildungsstelle kommst, bist Du von Anfang an in ganz normalen Ausbildungsklassen und bekommst einen ganz normalen Ausbildungsvertrag.
Wann bist Du ein Kandidat für Siemens?
- Wenn Du einen Hauptschulabschluss hast,
- bislang keine Lehrstelle aber Interesse an einer Ausbildung hast und motiviert bist,
- realistische berufliche Vorstellungen mitbringst und
- gut Deutsch sprichst.
Telekom
Seit 2009 hat die Telekom zusammen mit der Arbeitsagentur eine Einstiegsqualifizierung gestartet, bei der Jugendliche nach einem Jahr Qualifizierung einen echten Ausbildungsplatz bekommen. Und wenn Du Dich gut anstellst, dann kannst Du ggf. sogar direkt im zweiten Ausbildungsjahr anfangen.
Warteschleife nach der Schule oder abgebrochene Ausbildung – all das sind bei der Telekom keine Ausschlusskriterien für die Bewerber im Qualifizierungsprogramm. Stattdessen wollen die Telekommunikationsspezialisten die Begabungen der Teilnehmer suchen und sie auf dem Weg in den Beruf so gut sie können unterstützen.
Wie bei Siemens geht auch für das Telekom-Projekt der Weg über das Arbeitsamt.
Foto: Sanja Gjenero/sxc.hu
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Bei uns sind alle Berufsbezeichnungen männlich. OK, das ist nicht nett, hat aber `nen Grund. Es liest sich einfach besser. Würden wir alle Berufe immer männlich und weiblich ausschreiben, wäre das beim Tischler, der Tischlerin noch machbar, aber beim Verfahrensmechaniker der Fachrichtung Eisen- und Stahlmetallurgie und der Verfahrenmechanikerin der Fachrichtung Eisen- und Stahlmetallurgie nervt es schon gewaltig. Natürlich sind uns Mädchen und Jungs absolut gleich wichtig!
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