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Wir haben mal einen Blick in den Ausbildungsreport 2011 des DGB geworfen.

Donnerstag, 06.10.2011

Grundlage des Reports war eine Befragung von insgesamt 9.325 Auszubildende aus den 25 am stärksten besetzten Ausbildungsberufen. Befragt wurden Auszubildende aus allen Lehrjahren und aus Betrieben unterschiedlichster Größe.

Spannend ist natürlich besonders die aktuelle Hitparade der beliebtesten und zufriedenstellendsten Ausbildungsberufe und hier sind sie:

1 Bankkaufmann/-frau

2 Industriemechaniker/in

3 Mechatroniker/in

4 Steuerfachangestellte/r

5 Elektroniker/in

6 Fachinformatiker/in

7 Kaufmann/-frau für Bürokommunikation

8 Bürokaufmann/-frau

9 Industriekaufmann/-frau

10 Anlagenmechaniker/in

11 Tischler/in

12 Verkäufer/in

13 Koch/Köchin

14 Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel

15 KFZ-Mechatroniker/in

16 Kaufmann/-frau im Einzelhandel

17 Medizinische/r Fachangestellte/r

18 Fachkraft für Lagerlogistik

19 Friseur/in

20 Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r

21 Metallbauer/in

22 Maler/in und Lackierer/in

23 Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk

24 Restaurantfachmann/-frau

25 Hotelfachmann/-frau

Die Azubis aus den Berufen der hinteren Rängen beklagen sich häufig über eine schlechte fachliche Anleitung, permanent viele Überstunden, einen oftmals rauen Ton und den Eindruck ausgenutzt zu werden.

Die Firmengröße spielt bei der Bewertung der Ausbildungsqualität eine sehr wichtige Rolle. Nach wie vor sind es die Großbetriebe, die sich in puncto Ausbildungsqualität deutlich abheben. Das zeigt sich z.B. in weniger ausbildungsfremder Tätigkeit. Grundsätzlich wird der Anteil ausbildungsfremder Arbeiten weniger und ist unter 10% gerutscht.

Beruhigend ist auch, dass 91,3 Prozent der Azubis einen Ausbilder am Ausbildungsplatz haben, weniger beruhigend ist dann allerdings, dass immerhin 8,7 Prozent keinen Ausbilder haben! Bei 11 Prozent der Auszubildenden sind die Ausbilder selten bis nie präsent. Für die Auszubildenden bedeutet dies in der Praxis häufig »learning by doing« ohne fachliche Anleitung.

Regelmäßige Überstunden gehören für viele Auszubildende zum Ausbildungsalltag. 40,6 Prozent der Befragten geben an, regelmäßig Überstunden zu leisten.

Eine Auswertung der Ausbildungsvergütung nach Geschlechtern zeigt, dass junge Frauen im Durchschnitt geringer vergütet werden als ihre männlichen Kollegen. Das hat damit zu tun, dass junge Frauen nach wie vor häufiger in Berufen mit niedrigeren Ausbildungsvergütungen ausgebildet werden als junge Männer.

Das Problem der Ausbildungsabbrüche bleibt auch im Jahr 2011 bestehen. Von den Befragten gaben 14,3 Prozent der Befragten an, schon einmal eine Ausbildung abgebrochen zu haben. Dabei ist anzumerken, dass nur Leute befragt wurden, die sich schon wieder in einer Ausbildung befanden!

Der Großteil der Auszubildenden arbeitet wöchentlich bis zu 40 Stunden (78,1 Prozent). Mehr als jeder Fünfte (21,9 Prozent) der Befragten gab jedoch an, wöchentlich mehr als 40 Stunden zu arbeiten. Selbst wöchentliche Arbeitszeiten von mehr als 45 Stunden gehören für immerhin 7,6 Prozent der Befragten zum Alltag. 11,6 Prozent der befragten Auszubildenden arbeiten an mehr als fünf Tagen pro Woche im Betrieb, und für einige fällt selbst der Sonntag als Ruhetag aus (siehe die Ausbildungen am Ende der Hitparade).

Im Schnitt verdienen Azubis 577,78 Euro im Monat. 2,9% verdienen allerdings nur bis 250 Euro, 30,4% zwischen 250–500 Euro, der Großteil, nämlich 48,2% 500–750 Euro, 18,2% immerhin zwischen 750–1.000 Euro und wenige Glückliche (0,2%) über 1.000 Euro. In männlich dominierten Berufen werden im Schnitt 581 Euro verdient, in weiblich dominierten Berufen 504 Euro.

Viele Antworten zum Thema Ausbildung findet Ihr hier – übrigens ganz bequem als Video.

Den ganzen Report als PDF-Download kriegt Ihr beim DGB!

Bilder Wir haben mal einen Blick in den Ausbildungsreport 2011 des DGB geworfen.